Vorbereitungen auf Purim im Bunker von Maalot

Von Renita Heinrichs

Am Schabbatmorgen wachen wir auf und realisieren, dass es wieder eine ruhige Nacht war. Kein Angriff erfolgt. Jeder beginnt seinen Tag. Die einen starten in den Schabbatdienst, die anderen schlafen aus, die nächsten telefonieren mit der Familie aus Deutschland, wieder andere machen sich auf den Weg zum Frühstück und ganz andere wollen gerade den Campingplatz verlassen, auf dem sie die letzte Nacht unterwegs zum See Genezareth verbracht haben, als es plötzlich losgeht. SIRENEN in ganz Israel! Es geht also doch los, unerwarteterweise in den (frühen) Morgenstunden anstatt in der Nacht.

Und so beginnt wieder ein neuer Abschnitt. Wir ziehen in den Bunker, allen voran die Heimbewohner, die gerade ihr Frühstück einnehmen wollen. Unsere männliche Belegschaft startet eine WG mit den Heimbewohnern, Micha bezieht wieder seinen Schlafplatz unter der Treppe in Bunkernähe und die Anderen machen es sich im Mitarbeiter-Bunker bequem.

Nach und nach etabliert sich die neue Situation etwas in unseren Köpfen und die Wanderungen in und aus dem Bunker bei Vor-Alarm und Alarm werden zur neuen Routine. Aber wir sind dankbar! Durch das Warnsystem müssen wir nur bei akuter Bedrohungslage in den Bunker und dürfen sonst anderen Tätigkeiten nachgehen.

Anmerkung: In der letzten Nacht (zum Montag) gab es Angriffe von der Hisbollah aus dem Libanon. Dabei gibt es keine Vorwarnzeit, wenn der Alarm losgeht, sondern die Bedrohung ist unmittelbar.