179.600 Schoa-Überlebende in Israel

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Anlässlich des Internationalen Holocaustgedenktages, der am 27. Januar begangen wird

179.600 Schoa-Überlebende lebten im Dezember 2020 in Israel

Die in dieser Mitteilung veröffentlichten Daten gelten für Dezember 2020 und stammen aus einer Datei, die von der „Behörde für die Rechte von Schoa-Überlebenden“ stammt, ähnlich den Daten, die letztes Jahr in einer Pressemitteilung veröffentlicht wurden. Die Behörde für die Rechte von Schoa-Überlebenden dient als Arm des Staates Israel, um Schoa-Überlebende zu entschädigen, die sich in Lagern, Ghettos und Verstecken befanden, sowie Kriegsinvalide, Invalide durch die Nazi-Verfolgung und Flüchtlinge. Darüber hinaus erkannte das Amt für Schoa-Überlebende irakische Juden an, die beim Farhud-Pogrom zugegen waren, das am 1. Juni 1941 stattgefunden hatte, sowie marokkanische und algerisch stämmige Juden, die während des Vichy-Regimes Beschäftigungs- und Aufenthaltsbeschränkungen erdulden mussten und dem NS-Regime ausgesetzt waren.

  • Zum Ende des Jahrs 2020 betrug die Zahl der von der Behörde für die Rechte von Schoa-Überlebenden anerkannten Personen 179.600.
  • Von Anfang 2020 bis zum Ende des Jahres wurden etwa 3.000 weitere Schoa-Überlebende anerkannt und etwa 17.000 verstarben. Etwa 900 der Verstorbenen starben am Corona-Virus. Ungefähr 5.300 Schoa-Überlebende waren mit dem Corona-Virus infiziert. Unter ihnen betrug der Prozentsatz der Todesfälle 17%, ähnlich dem Prozentsatz der Todesfälle in der jüdischen und sonstigen Bevölkerung derselben Altersstufe (16%).
  • Alle Schoa-Überlebende sind über 75-Jährige; etwa 17% sind über 90 Jahre alt.
  • Frauen machen etwa 60% aller Schoa-Überlebenden aus, Männer etwa 40%. Der relative Anteil der Frauen steigt mit zunehmendem Alter.
  • 64% der Schoa-Überlebenden wurden in Europa geboren.
    11% der Schoa-Überlebenden sind gebürtig aus dem Irak und waren dem Farhud-Pogrom im Juni 1941 ausgesetzt.
    16% sind marokkanischen und 2% algerischen Ursprungs und waren unter dem Vichy-Regime Einschränkungen in verschiedenen Lebensbereichen ausgesetzt.
  • Ungefähr 40% der Überlebenden wanderten bis zum Jahr 1951 in der ersten Einwanderungswelle nach Israel ein, und mehr als ein Drittel in der letzten Einwanderungswelle in den neunziger Jahren.

Im Dezember 2020 betrug die Gesamtzahl der von der Behörde für die Rechte von Schoa-Überlebenden anerkannten Personen 179,6 Tausend. Davon sind etwa 36 Tausend Invalide von Verfolgung und Krieg.

Die förderungsberechtigte Bevölkerung umfasst im Jahr 2020 Männer und Frauen ab 75 Jahren gemäß den Definitionen des „Gesetzes über Leistungen für Schoa-Überlebende“ von 2007.

Am Corona-Virus Erkrankte und Verstorbene

Von Anfang bis Ende 2020 wurden etwa 3.000 weitere Schoa-Überlebende anerkannt und etwa 17.000 starben. Von den Verstorbenen starben etwa 0,9 Tausend am Corona-Virus. Ungefähr 5,3 Tausend Überlebende waren mit dem Corona-Virus infiziert. Unter ihnen betrug der Prozentsatz der Todesfälle 17%, ähnlich dem Prozentsatz der Todesfälle in jüdischen und sonstigen Bevölkerungsgruppen derselben Altersstufe (16%). Bei Frauen war der Prozentsatz der Todesfälle bei den Verifizierten niedriger als bei Männern – 15 % im Vergleich zu 21% (ähnlich wie in jüdischen und sonstigen Bevölkerungsgruppen – 14% bzw. 19%).

Fast die Hälfte der nachgewiesenen Infektionen in jüdischen und sonstigen Bevölkerungsgruppen ab 75 Jahren sind Schoa-Überlebende (46%) – ähnlich ihrem Anteil an dieser Altersgruppe (etwa 44%). Der Prozentsatz der Verifizierten unter Schoa-Überlebenden ist ähnlich dem Prozentsatz der Verifizierten unter Juden und anderen Bevölkerungsgruppen im Allgemeinen – 2,77% bzw. 2,84%. Der Prozentsatz der Verifizierten steigt mit dem Alter sowohl bei Schoa-Überlebenden als auch in der jüdischen und sonstigen Allgemeinheit. Unter den Schoa-Überlebenden ist der Prozentsatz der verifizierten Personen ab 95 Jahren doppelt so hoch wie der Prozentsatz der verifizierten Personen von 75 bis 84 Jahren.

Tabelle A – Prozentsatz der Corona-Infizierten unter Schoa-Überlebenden, sowie unter jüdischen und anderen Bevölkerungsgruppen, 2020

 Schoa-Überlebendejüdische und sonstige Bevölkerung
Gesamtzahl der Infizierten im Alter von 75 und älter2,77%2,84%
75-842,44%2,60%
85-943,50%3,38%
+954,85%3,68%

Alter und Geschlecht

60% aller Schoa-Überlebenden sind Frauen (108,1 Tausend) und 40% sind Männer (71,5 Tausend). Der relative Anteil von Frauen ist höher als der von Männern jeden Alters und steigt mit zunehmendem Alter: in der Altersgruppe 75-84 sind 58% Frauen und in der Altersgruppe 85 und älter sind es 63%.

Das Durchschnittsalter der Männer beträgt 83,4 Jahre, während das der Frauen 84,0 Jahre beträgt.

Ungefähr 35% der Überlebenden wurden während des Zweiten Weltkriegs, in den Jahren 1939-1945, geboren und sind Ende 2020 zwischen 75 und 81 Jahre alt.

Weitere 48% aller Überlebenden sind zwischen 82 und 89 Jahre alt, der Rest ist über 90 Jahre alt (ca. 17%).

Diagramm 1 – Schoa-Überlebende nach Geschlecht und Alter, 2020

Diagramm 1 – Schoa-Überlebende nach Geschlecht und Alter, 2020 (blau: Männer; rot: Frauen)

Über 100-Jährige

Ungefähr 850 der Ende 2020 in Israel lebenden Schoa-Überlebenden sind 100 Jahre und älter. Ihr Anteil an der Gesamtzahl der Schoa-Überlebenden beträgt 0,5%, verglichen mit 0,2% an der Gesamtzahl der im Ausland geborenen Israelis ab 100 Jahren.

Unter den Schoa-Überlebenden sind etwa ein Drittel der über 100-Jährigen Männer und etwa zwei Drittel Frauen; im Vergleich dazu ist der Unterschied in der Gesamtzahl der im Ausland geborenen über 100-jährigen Israelis etwas größer (45% Männer und 55% Frauen).

Familiärer Zustand

In der Bevölkerung der Schoa-Überlebenden jeden Alters ist der Prozentsatz der verheirateten Männer höher als der Prozentsatz der verheirateten Frauen, während der Prozentsatz der Witwen höher ist als der Prozentsatz der Witwer. Ungefähr 68% der überlebenden Männer waren 2019 verheiratet, verglichen mit 25% der überlebenden Frauen, und ungefähr 22% waren Witwer, im Vergleich zu 61% Witwen. Diese Daten spiegeln die höhere Lebenserwartung von Frauen wider.

Laut Bevölkerungsregister sind in etwa 21 Tausend Familien beide Ehepartner als Schoa-Überlebende anerkannt.

Geburtsland und Zeitpunkt der Einwanderung

64% der in Israel lebenden Schoa-Überlebenden stammen aus Europa (114,5 Tausend). Die in der ehemaligen UdSSR Geborenen bilden mit 36% die größte Gruppe, weitere 12% stammen aus Rumänien und etwa 6% aus Polen.

16% der Schoa-Überlebenden stammen aus Marokko und etwa 2% aus Algerien und litten während des Vichy-Regimes unter verschiedenen Einschränkungen.

11% stammen aus dem Irak und erlebten das Farhud-Pogrom. Die restlichen 7% stammen aus Tunesien und Libyen.

Tabelle 2 – Schoa-Überlebende nach Geburtsland, 2020

Geburtslandin Tausendin Prozent
Gesamtzahl179,6100.0
europäische Länder- gesamt114,563,8
ehemalige UdSSR65,336,4
Rumänien21,211,8
Polen10.05,6
Bulgarien4,92,7
Deutschland und Österreich3,21,8
Ungarn2,61,5
restliche europäische Länder7,24,0
afrikanische und asiatische Länder – gesamt65,136,2
Marokko29,516,4
Irak19,610,9
Tunesien7,24,0
Libyen4,82,7
Algerien3,72,1
restliche Länder0,20,1

5% der Überlebenden wanderten vor der Gründung des Staates in den Jahren 1933-1947 nach Israel ein. Etwa ein Drittel (34,7%) der Überlebenden waren Teil der großen Einwanderungswelle (1948-1951) nach der Gründung des Staates. Weitere 31,4% wanderten in den Jahren 1952-1989 aus und mehr als ein Drittel (36,4%) wanderte seit den 1990er Jahren, im Rahmen der letzten Einwanderungswelle aus der ehemaligen UdSSR, ein.

Ungefähr 63% der Schoa-Überlebenden aus Deutschland und Österreich wanderten noch vor der Staatsgründung nach Israel ein. Die meisten Überlebenden aus Polen, Bulgarien, Ungarn, Irak und Libyen kamen mit der ersten Einwanderungswelle (1948-1951) nach Israel. Die meisten der aus Marokko und Tunesien stämmigen Juden kamen in den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts, während die meisten Überlebenden aus der ehemaligen Sowjetunion seit den 90er Jahren eingewandert sind.

Diagramm 2 – Schoa-Überlebende nach Geburtsland und Einwanderungsepoche, 2020

y-Achse: Prozent; x-Achse von rechts nach links: ehemalige UdSSR, Rumänien, Polen, Bulgarien, Deutschland und Österreich, Ungarn, Rest der europäischen Länder, Marokko, Irak, Tunesien, Libyen, Algerien

Geographische Verteilung

Etwa 95% der Überlebenden leben in städtischen Gebieten und etwa 5% in ländlichen Gebieten, ähnlich wie der Rest der jüdischen und sonstigen Bevölkerung in Israel.

Ungefähr 41% der Überlebenden, die in städtischen Gebieten leben, wohnen in Großstädten mit mehr als 200.000 Einwohnern (ca. 73 Tausend Überlebende). Etwa die Hälfte von ihnen konzentriert sich auf die drei größten Städte: ca. 12,4 Tausend in Haifa, ca. 11,1 Tausend in Jerusalem und ca. 9,9 Tausend in Tel Aviv-Jafo.

In Städten mit 50.000 bis 199.999 Einwohnern lebt etwa ein Drittel der Überlebenden (57,9 Tausend) und der Rest, 40,4 Tausend Überlebende, in kleineren städtischen Gebieten.

Ungefähr 4,9 Tausend Überlebende leben in Moschawim und weitere 2,3 Tausend in Kibbuzim.

10% aller Schoa-Überlebenden leben in Einrichtungen, verglichen mit 8,6% der jüdischen und sonstigen über 75-Jährigen.

Tabelle 3 – Schoa-Überlebende in ausgewählten Orten, 2020

OrtTausend
Haifa12,4
Jerusalem11,1
Tel Aviv-Jafo9,9
Aschdod8,9
Netanja8,8
Beer Schewa7,8
Petach Tikwa7,3
Rischon leZion7,1
Bat Jam6,4
Ramat Gan5,9
Cholon5,9
Aschkelon5,5