Israel-Freundestreffen in Maisenbach

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Das Israel-Freundestreffen in Maisenbach am 1. Mai war ein Treffpunkt für viele Israelfreunde.

Der Verein Zedakah e. V. hatte eingeladen, und 1300 Teilnehmer kamen. Der Jerusalemer Theologe und Journalist Johannes Gerloff sprach als Hauptreferent.

Das jährliche Israeltreffen ist für den kleinen Schwarzwaldort immer wieder ein besonderes Ereignis. Dann wird das große Zelt aufgebaut und von allen Seiten strömen die Besucher herbei.

Von Friedrich Nothacker und seine Frau Luise, die in diesem Dorf ein Gästehaus betrieben, wurde vor über 50 Jahren der Verein gegründet. Von hier aus wird seither der Dienst für holocaustgeschädigte Juden in Israel koordiniert. 1.600 Volontäre sind in Laufe der Jahre zu Einsätzen in den beiden Häusern in Israel entsandt worden. Etwa 25 Langzeitmitarbeiter und 35 Volontäre gestalten den Rahmen für das Gästehaus in Shavei Zion – direkt am Mittelmeer gelegen – mit seinen 41 Plätzen. In Maalot im westlichen Galiläa stehen derzeit in einer Pflegeeinrichtung 24 Plätze zur Verfügung.

Der Vorsitzende des Vereins, Martin Meyer, stellte am Vormittag besonders die Treue Gottes zu seinem Volk Israel heraus. Gottes Segen für Israel hängt nicht von unserer Zustimmung ab. Gottes Hilfe richtet sich vor allem nach dem, was er zugesagt hat.

Johannes Gerloff betonte am Nachmittag den starken Bezug der Geschichte und Gegenwart Israels zur Bibel. Etwas provozierend konstatierte der Journalist aus Jerusalem: Die ganze Welt spricht über Israel. In der UNO sind von 49 Resolutionen 49 gegen Israel gerichtet. In Deutschland war Israel Teil der Koalitionsverhandlungen und laut der Bundeskanzlerin ist eine positive Haltung zur Sicherheit Israels Staatsräson – was immer das heißen mag.

In der christlichen Gemeinde, so der Theologe, gibt es vielerorts dagegen wenig Interesse an Israel.

Beim Gott Israels ist das jedenfalls anders: Ihm liegt sein Volk Israel nach wie vor sehr am Herzen. Die Gemeinde verläßt ihren Wurzelboden, wenn sie die Verbindung zu Israel nicht pflegt. Die Gemeinde müsse sich auch darüber klar sein, daß sie ohne Israel die Bibel nicht hätte. Ob die Bibel auch heute verläßlich ist, hängt – so seine Aussage – vor allem an ihren Aussagen zu Israel. Nur wenn die Zusagen für Israel in Erfüllung gehen, kann die Gemeinde auch für sich hoffen. Wegen der Zukunft Israels braucht man keine Angst zu haben, weil die Zusagen Gottes eindeutig sind, so der Referent. Wenn die Deutschen in Angst leben wollen, weil sie es für ihr Befinden brauchen, sollten sie sich eher um ihre eigene Zukunft sorgen.

Bewegend war der Bericht des Holocaustüberlebenden Ben Zion Sela aus Nahariya. Im Juli 1939 – kurz vor dem Einmarsch der Deutschen – in Polen geboren, hat er mit den meisten seiner Familie unter teils dramatischen Umständen überlebt. Der Mut eines polnischen Ehepaars, das auf seinem Gut 19 Juden versteckte, erfüllte ihn sein ganzes Leben lang mit tiefer Dankbarkeit. Als die Versteckten nach dem Einmarsch der Roten Armee den Dachboden des Schweinestalles verlassen durften, bat der Gutsbesitzer die Juden, ihren Unterschlupf niemandem zu verraten. Er fürchtete den Zorn seiner polnischen Landsleute mehr als die Drohungen der Deutschen vorher.

Seine Mutter war für die letzten zwei Jahre ihres Lebens im Alten- und Pflegeheim des Vereins in Maalot untergebracht. Diesen Ort bezeichnete er als Sieben-Sterne-Heim. Wie er dann von seinem Schicksal in dieser Zeit, in der er doch noch Kleinkind war, überhaupt etwas wisse, wurde er dann gefragt. Er habe alles von seiner Mutter erfahren. Sie hatte nach dem Tod seines Vaters langsam begonnen, darüber zu sprechen. Auf seine wiederholte Nachfrage habe sie sehr detailliert und wiederholend erzählt und erklärt.

Mitarbeiter des Werkes berichteten vom Voranschreiten der Planung für die Erweiterung der Pflegeeinrichtung. Die starke Nachfrage bzgl. Pflegeplätze für Holocaustüberlebende legt solche Überlegungen nahe. Gleichzeitig besteht aber auch immer wieder Bedarf für Pflegefachkräfte, die für ein Jahr oder länger nach Israel gehen.

Im Gästehaus Beth El in Shavei Zion, wo holocaustgeschädigte Israelis zehn Tage kostenlos Urlaub machen können, wurde im Frühjahr 50-jähriges Bestehen gefeiert. Gegenüber den derzeit noch lebenden etwas 160.000 Holocaustüberlebenden bleibt der Leitspruch des Vereins weiterhin Auftrag und Motivation: Tröstet, tröstet mein Volk! spricht euer Gott (Jesaja 40,1). Das hebräische Wort Zedakah bedeutet zugleich Gerechtigkeit und Wohltätigkeit. Für traumatisierte Juden Zeichen der Liebe aufzurichten, bleibt der Auftrag für Christen, die der Liebe Gottes durch den jüdischen Messias Jesus Christus begegnet sind.