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Der Glaube einer Heimbewohnerin

20. Dezember 2011

Ein ermutigender Bericht unserer Mitarbeiterin Judith K. ist im aktuellen Freundesbrief 4/2011 abgedruckt:

Und es geschah nach diesen Begebenheiten, da prüfte Gott den Abraham und sprach zu ihm: Abraham! Und er antwortete: Hier bin ich. Und er sprach: Nimm doch deinen Sohn, deinen einzigen, den du lieb hast, Isaak, und geh in das Land Morija und bringe ihn dort zum Brandopfer dar auf einem der Berge, den ich dir nennen werde! ... Da sprach Abraham zu seinen Knechten: Bleibt ihr hier mit dem Esel, ich aber und der Knabe wollen dorthin gehen und anbeten, und dann wollen wir wieder zu euch kommen. (1. Mose 22,1.2.5)

Diese Geschichte von Abraham habe ich zusammen mit einer Heimbewohnerin gelesen und mich darüber mit ihr ausgetauscht. Sie ist sehr offen für das Wort Gottes und freut sich jedes Mal, wenn man ihr daraus vorliest. In unserem Gespräch kamen wir auf den Glauben von Abraham zu sprechen und die schwere Prüfung, die er hatte. Wir sprachen auch über ihre Vergangenheit und die der Juden in der Schoah, dass viele nicht mehr glauben können wegen allem, was passiert ist. Dann sagte die Bewohnerin ganz entschlossen: »NEIN! Wir müssen glauben, egal, was Gott in unser Leben schickt. Gott weiß, was er tut, und er gibt jedem nur das, was er tragen kann.«

Sie erzählte von ihrer Schwiegertochter, die schwer krank sei und immer Gott angeklagt habe und unzufrieden gewesen sei mit ihrem Schicksal. Dann hätten sie und ihre Familie ihr gesagt, sie dürfe nicht so sprechen, sondern müsse Gott danken und dürfe ihn nicht anklagen. Nach einiger Zeit kam die Schwiegertochter wieder und sagte: »Jetzt habe ich es angenommen und klage Gott nicht mehr dafür an.« Und sie sei ganz froh gewesen, dass sie sich so entschieden habe.

Dann bekräftigte die Bewohnerin, die selbst auch schwer krank gewesen ist, noch einmal: »Wir müssen glauben!« Sie sagte auch noch: »Ich bete jeden Tag, wenn ich aufstehe und wenn ich zu Bett gehe, und das macht mich ganz ruhig und still.«

Dieses Gespräch hat mich sehr bewegt. Als wir uns zwei Tage später wieder zum Lesen trafen, sagte ich ihr, dass das, was sie gesagt hätte, »wir müssen glauben«, mich sehr ermutigt und mir wieder Kraft gegeben habe für meinen Dienst. Die Bewohnerin sagte nicht viel dazu, strahlte über das ganze Gesicht und schaute mich einfach an.

So erleben wir als Mitarbeiter auch immer wieder, wie Bewohner uns Mut machen, Freude schenken, Liebe geben und uns dadurch einfach zeigen: Sie haben Vertrauen zu uns und sind froh, hier bei uns sein zu dürfen.




Termine 2012 online

5. Oktober 2011

Das Jahresprogramm für 2012 ist online. Wir laden Sie herzlich ein zu unseren Veranstaltungen! Alle Termine finden Sie unter: Terminkalender.




Wenn ein Bibelwort mitten ins Leben trifft

16. September 2011

Ein Bibelwort aus dem Herrnhuter Losungsbuch traf Stefan (43) und Cornelia (37) Schmid im letzten Jahr mitten ins Herz: »Mache dich auf und ziehe nach Bethel«. Sollte dies der Anstoß zu einer neuen beruflichen Aufgabe sein? Die beiden staunten, als sie am selben Tag auf eine Stellenanzeige stießen: »Geschäftsführer und Hausleitung für Haus Bethel gesucht!«

Nach einem ersten Anruf bei der Organisation »Zedakah« in Maisenbach-Zainen bei Bad Liebenzell im Schwarzwald, Betreiber des Hauses »Bethel«, nahm die Berufungsgeschichte von Ehepaar Schmid ihren Lauf, bis sie nun am Freitag, dem 16. September 2011 bei einem Festakt in das neue Leitungsamt eingesetzt wurden. Die beiden Töchter Sara und Lea hatten indes keine Einwände gegen einen Umzug von Hessen nach Baden-Württemberg, brachte dieser doch immerhin fast 12 Wochen Sommerferien mit sich.

Michael Wanner, Pfarrer aus Hohenhaslach und Vorsitzender des Werks, zog eine Parallele zum Ruf Gottes an Jakob, an den der erwähnte Losungstext gerichtet war und der in den Ort Bethel reisen sollte. Dort wagte der Patriarch einen Neubeginn im Vertrauen auf Gott und wurde von nun an »Israel« genannt – er sollte zum Stammvater des jüdischen Volkes werden. Berufung, Bewegung, Begleitung: Gott berufe Menschen, die sich in Bewegung setzen lassen und mit denen er dann ihren Weg gehe, so Wanner.

Stefan Schmid stammt aus Kraichtal bei Bretten, seine Frau Cornelia ist in Schönaich groß geworden. Am Theologischen Seminar St. Chrischona/Basel lernten sie sich kennen. Zuletzt lebten sie in Kassel, wo Stefan Schmid die Seelsorgearbeit beim christlichen Jugendverband »Entschieden für Christus« (EC) leitete, während seine Frau sich in der Freiwilligen Arbeit des »Ring Missionarischer Jugendbewegungen« (RMJ) engagierte.

Das Hilfswerk »Zedakah« setzt sich in Israel für Holocaust Überlebende, sowie deren Familien ein. Von Friedrich und Luise Nothacker gegründet umfasst das Werk heute ein Gästehaus in Shavei Zion, in dem jährlich etwa 450 Menschen für jeweils elf Tage kostenlos zur Erholung aufgenommen werden, und seit 1983 ein Altenpflegeheim in Maalot mit 24 Pflegeplätzen.

Das Gäste- und Seminarhaus Bethel in Maisenbach-Zainen ist zugleich die Zentrale des Werks. Stefan Schmid wies auf die beiden Säulen des Werkes hin, die durch deren Gründer Fritz Nothacker 1936 entstanden waren: Seelsorge und Verkündigung auf der einen Seite und der diakonische Dienst in Israel auf der anderen. Beides gelte es zu bewahren und zukunftsgerichtet weiter zu entwickeln.

Pfarrer Wanner setzte Cornelia und Stefan Schmid in ihr Amt als Heimleiterehepaar ein. Vertreter der Kommune, der Kirche und der Liebenzeller Mission hießen sie in Grußworten herzlich willkommen.

An einem reichhaltigen Büffet ließen die etwa 150 Gäste den Abend ausklingen und viele persönliche Gespräche ermöglichten ein erstes Kennenlernen.

Fotos: Michael Lutz und Timo Roller




Abschied von Mariele und Erwin Kieser

29. Juli 2011

Mariele und Erwin Kieser stehen für Modebewusstsein und Bewegungsfreude – und für 15 Jahre treuen und engagierten Dienst als Hauseltern im Christlichen Gästehaus »Bethel« in Maisenbach-Zainen bei Bad Liebenzell. 1996 sind die beiden, die zuvor in der Modebranche tätig waren, in den beschaulichen Schwarzwaldort gezogen, um hier die Heimatzentrale des Hilfswerks »Zedakah« zu leiten.

Pfarrer Michael Wanner (Hohenhaslach), Vorsitzender des Werks, sprach den begeisterten Radfahrern Gottes Segen für ihre »Ruhestandsetappe« zu. Gott freue sich über den Dienst der beiden und wolle sie in einen erfüllten Ruhestand hineinführen.

Vertreter der Kommune und der Evangelischen Kirche sowie Freunde aus Israel würdigten Kiesers für ihre Liebe zu Israel und die Stärkung des Glaubens ungezählter Gäste im Haus »Bethel«. Otto Schaude, Bischof der territorial größten lutherische Kirche der Welt auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion und langjähriger Freund von »Zedakah« lobte die scheidenden Hauseltern für ihr »glänzendes Organisationstalent« und das »brüderliche Miteinander«.

Beim Freundestag am 1. Mai war Erwin Kieser von Dekan Erich Hartmann das »Goldene Kronenkreuz« des Diakonischen Werkes für seine besonderen Verdienste überreicht worden. Am 29. Juli gab es nun eine herzliche Verabschiedung mit 140 Freunden.

Mit Stefan und Cornelia Schmid konnte ein Ehepaar gefunden werden, das Ende August die Nachfolge von Kiesers antreten wird. Stefan Schmid stammt aus Kraichtal und leitete bisher den Arbeitsbereich »Seelsorge und Lebensberatung« beim Deutschen EC-Verband in Kassel.




Neuer Freundesbrief erschienen

12. Juli 2011

Der neue Zedakah-Freundesbrief ist erschienen und wurde an alle Unterstützer und Freunde unserer Arbeit verschickt. Wenn Sie auch auf diese Weise auf dem Laufenden bleiben möchten, dürfen Sie unsere Rundbriefe gerne anfordern. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf.




Zedakah-Israel-Freundestreffen am 1. Mai 2011

2. Mai 2011

»Nicht das eigene Vermögen zählt, sondern die Kraft des Herrn!«, so Pfarrer Michael Wanner (Hohenhaslach) zum Auftakt des Israeal-Freundestreffens des Hilfswerks Zedakah in Maisenbach-Zainen bei Bad Liebenzell. Als erster Vorsitzender des Werks legte er Jeremia 17,5–8 aus und stellte einer von Gott gewollten »Obstbaum-Existenz« die von Menschen und Völkern oft gewählte »Dornbusch-Existenz« gegenüber. Nach Jeremia gleiche derjenige einem »Dornstrauch in der Wüste«, der nach dem Motto lebe: »Yes, we can« und sich dabei auf menschliche Kraft und weltliche Bündnisse verlasse. Auch für Israel als Staat gelte es nicht, auf Verbündete, Friedensverträge und das Militär zu vertrauen, sondern auf Gott: »Yes, HE can!« Wer wie der gesegnete Baum des Jeremia die Wurzeln zum Bach hin strecke, sei »eingegliedert in den Wasserkreislauf des Lebens.«

Für die Arbeit von Zedakah unter Holocaust-Überlebenden in Israel hält es Wanner für grundlegend, durch den Dienst an den Menschen zu zeigen, »wo Kraft und Trost zu finden sind«. Man müsse den Traumatisierten das Gefühl geben, sich »im Schatten der Obstbaum-Leute erholen« zu können.

Hans und Schmuel Bayer berichteten von den Herausforderungen und Ermutigungen im Freizeitheim in Shavei Zion und im Altenpflegeheim in Maalot im Norden Israels – besonders wertvoll seien die Begegnungen mit Angehörigen der Holocaust-Geschädigten. Für die Zukunft des Hilfwerks sieht Hans Bayer ein zunehmendes Engagement für die Generation der Kinder von Überlebenden, die oft unter familiären Konflikten und Verdrängung der Vergangenheit leiden. Am Nachmittag gab es unter der Überschrift »Was Liebe vermag …« einen Bericht aus erster Hand aus dem Leben der »zweiten Generation«.

Die Hauseltern des Hauses »Bethel« in Maisenbach-Zainen, Erwin und Mariele Kieser, werden ihren Dienst nach 15 Jahren im Sommer beenden. Nach »langer und intensiver Suche« konnte mit Stefan und Cornelia Schmid ein Ehepaar gefunden werden, das im August die Nachfolge von Kiesers antreten wird. Stefan Schmid stammt aus Kraichtal und leitet derzeit den Arbeitsbereich »Seelsorge und Lebensberatung« beim Deutschen EC-Verband in Kassel. Dekan Erich Hartmann überreichte Erwin Kieser für seine besonderen Verdienste vor den über 1000 Anwesenden das »Goldene Kronenkreuz« des Diakonischen Werkes.




Israel-Treffen am 1. Mai: »Du, HERR, bist die Hoffnung Israels.«

24. März 2011

Wie jedes Jahr laden wir am 1. Mai zum Israel-Treffen nach Maisenbach ein. Egmond Prill (KEP) beleuchtet den Nahostkonflikt aus biblischer Sicht, Pastor Andreas Schäfer und Pfarrer Michael Wanner nehmen wichtige Bibelstellen aus dem Buch Jeremia unter die Lupe, Hans und Schmuel Bayer sowie Erwin Kieser berichten von unserer Arbeit in Maalot, Shavei Zion und Maisenbach.

Ein besonderer Gast ist Ruth Gertner aus Nahariya (Israel): Sie erzählt aus dem Leben der Kinder von Schoa-Überlebenden und den Problemen der zweiten Generation.

Das Programm können Sie im PDF-Format herunterladen. Das Zelt wird in diesem Jahr auf der anderen Seite der Straße stehen! Bitte beachten Sie bei der Ankunft die Parkplatzregelung!

Wie jedes Jahr benötigen wir für den Aufbau und Abbau sowie am Tag selbst zahlreiche tatkräftige Helferinnen und Helfer. Eine Übersicht sowie die einfache Möglichkeit zur Anmeldung als Helfer können Sie ebenfalls als PDF-Dokument herunterladen.

Bis zum Wiedersehen am 1. Mai!




Altere Artikel finden Sie im Nachrichten-Archiv 2010